Open Day

Inzwischen ist der Open Day/Tag der offenen Tür, welcher gleichzeitig auch die Feier des 5-jährigen Jubiläums unserer Schule war, schon einige Tage her. Es war echt ein schöner Tag! Meine Aufgabe bestand darin, mit ein paar Mitschülerinnen zusammen die Kinderbetreuung oder viel mehr „Kinderbespaßung“ zu übernehmen. Es gab Kinderschminken, malen, sowie Origami. Gemeinsam mit den Kindern und auch ein paar interessierten Erwachsenen habe ich Origami gemacht und schöne Gespräche geführt, was mir sehr viel Spaß gemacht hat. Durch das ganze Basteln habe ich jetzt auch Deko für mein Zimmer. 😀

Am Open Day kamen neben Freiburger*innen und weiteren Gästen auch viele Eltern, um ihre Kinder zu besuchen. Auch ich hatte Besuch von meinem Vater, der mit seinem Patenkind nach Freiburg geradelt ist. Es war irgendwie schön, mal wieder ein vertrauteres Gesicht zu sehen, da sich hier ja alles erst entwickelt und wir gerade beginnen, uns besser kennenzulernen. Am Abend haben wir dann noch leckeres Essen in Freiburg genossen und ich kam gar nicht mehr aus dem Erzählen raus.

Nun ist schon mehr als ein Monat am College vergangen… In drei Wochen sind schon Herbstferien. Irgendwie hab ich es immer noch nicht ganz realisiert. 😀

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Auf Entdeckungstour im Schwarzwald

Am vergangenen Wochenende haben wir First-Years den Campus mal ein bisschen länger verlassen und so die Chance gehabt, etwas von der Umgebung zu sehen. Ich muss schon sagen, dass der Schwarzwald wunderwunderschön ist und ich mich echt in die Natur verliebt habe! Wir haben uns in Gruppen aufgeteilt und waren dann auf unterschiedlichen Wegen (wandernd und radelnd) zu einem Zeltplatz unterwegs. Dort angekommen haben wir gekocht und den Abend am Lagerfeuer verbracht, was wirklich toll war.

Inzwischen liegt schon wieder eine Schulwoche hinter mir. Morgen/heute ist Sommerfest bzw. Open Day und auch der 5-jährige Geburtstag unseres Colleges. Neben einer Show mit verschiedenen kulturellen Beiträgen gibt es traditionelles Essen aus einigen Ländern, Campus-Touren und so weiter. Es wird sicherlich noch bunter und lauter, als es sowieso schon ist, aber ich freu mich drauf! 🙂

Ein neues Klima

Die Schule hat angefangen. Es ist für mich irgendwie schön, wieder Unterricht zu haben und etwas zu lernen, sich nicht unnütz zu fühlen. Die erste Woche war recht entspannt, es ging vor allem viel darum, sich kennenzulernen, über die geplanten Themen zu sprechen und alle auf den gleichen Stand zu bringen. Ein bisschen ging es aber auch bereits inhaltlich zur Sache und gerade sitze ich an ein paar Hausaufgaben. Draußen regnet es, was ich sehr schön finde, denn die letzte Zeit war es meist ziemlich heiß, woran ich nicht so ganz gewöhnt bin, aber ich lebe nun eben in der sonnigsten Stadt Deutschlands. Aber genug vom Wetter, nochmal kurz zu meinem ersten Eindruck von der Schule. Was mir schon jetzt positiv auffällt, ist das Verhältnis zwischen Lehrenden und Lernenden. Es ist ganz normal, dass man sich duzt und mit Vornamen anspricht. Außerdem ist alles auf einer Augenhöhe, ich finde, wir werden viel mehr als erwachsene Menschen angesehen. Am Freitagabend fand ich mich sogar im Wohnzimmer meiner Chemielehrerin wieder, weil bei ihr ein Filmabend stattfand.

Wie schon im letzten Post erwähnt, lebe ich in Haus 8, was mit viel Treppensteigen verbunden ist, aber ich mag das Haus sowie seine Bewohner*innen. In jedem Haus leben ca. 26 Menschen, die sich Gemeinschaftsraum, Küche, Waschmaschinen und Bäder teilen. Tatsächlich habe ich das Privileg, nicht in einem Viererzimmer, sondern in einem Doppelzimmer zu leben. Pro Haus gibt es ein Doppelzimmer im Erdgeschoss mit eigenem Bad. Das wusste ich vorher gar nicht und es hat mich ziemlich überrascht, aber ich mag meine Mitbewohnerin Erika aus Japan echt gerne (sie bringt mir sogar ein bisschen japanisch bei). Meinen Teil des Zimmers habe ich mit Fotos und einer Lichterkette dekoriert, wodurch meine Ecke jetzt echt gemütlich und einladend ist. Und wenn ich mich nach mehr Menschen und Tumult sehne, kann ich in den benachbarten Gemeinschaftsraum oder so gehen.

Mir geht es jetzt gerade echt gut und ich hoffe, dass es erstmal genauso weitergeht. Langeweile wird auf jeden Fall nicht aufkommen. Adieu! 🙂

Meine Adresse ist jetzt übrigens: Debora Roschka, UWC Robert Bosch College, Kartäuserstraße 119, 79104 Freiburg

Orientierung verloren…

Ich bin jetzt echt schon seit einer Woche hier und kann das kaum fassen. Auf der einen Seite fühlt es sich so an, als wäre ich schon viel länger hier, doch angekommen bin ich auch noch nicht. Ich merke schon jetzt, was diese Zeit für eine Achterbahnfahrt wird. So viele Gefühle, die ich nicht verstehe und die mich aktuell noch etwas überfordern. Während ich jetzt so auf der Terrasse sitze, Musik höre und auf die anderen Häuser und die Berge schaue (von Haus 8, dem obersten Haus, hat man einen guten Ausblick), fällt mir aber auch immer mehr auf, wie dankbar ich für diese Chance sein kann. So viel ist jetzt während der Orientierungswoche schon passiert. Von Menschen kennenlernen, über Insektenhotel bauen (Highlight!), Campus besichtigen und Veranstaltungen zum Thema Nachhaltigkeit, bis hin zu Fächerwahl und und und… Manchmal fühle ich mich verloren, müde (sowieso), dann überwältigt von allem und gleichzeitig bin ich einfach froh, hier zu sein. Nächsten Dienstag startet der Unterricht und darauf hab ich echt Bock, denn mir könnte ein bisschen Routine gerade wahrscheinlich ganz gut tun. Ich denke, dass mir das beim Ankommen helfen könnte. Naja, letztendlich braucht das alles Zeit. Zeit zum Zurechtfinden, Freundschaften knüpfen und allgemein zum Realisieren, was hier eigentlich abgeht.

Auf ins Abenteuer!

Jetzt geht’s los!
Ich sitze im Zug. Ja, es ist soweit. Ich fasse es selbst noch nicht so richtig und bin ein wenig überfordert. Die letzten Wochen vergingen unglaublich schnell und es war auch eine gut durchgeplante Zeit. Chorreise, Urlaub in der sächsischen Schweiz mit Freund*innen, Familie besuchen, Unternehmungen, Bistumsjugendtag, viele verschiedene Abschiede (inklusive Abschiedsfeier) und vor allem arbeiten. Ich habe die Ferien genutzt, um in einem Bio-Café zu arbeiten, was mir große Freude bereitet hat. In der letzten Woche kam alles Schlag auf Schlag. Neben arbeiten, packen, Zahnarztterminen und verabschieden, habe ich auch einige Vorträge über UWC in meiner ehemaligen Schule gehalten, denn die Bewerbungsphase für nächstes Jahr geht ja noch eine Weile…

Und nun? – Zack, die Zeit ist rum.
Meine Eltern haben mich zum Bahnhof gebracht. Auf einmal war ich allein. Naja fast… Ich hab anfangs mit meiner Schwester telefoniert/geheult und war allgemein sehr emotional, da ich Abschiedsbriefe gelesen habe und diese sehr sehr süß waren. An dieser Stelle nochmal danke für alle lieben Wünsche und Gedanken! 🙂

Meine Playlist mit Abschiedsliedern enthält vor allem ein Lied, dass mich gerade jetzt sehr bewegt. Es heißt „Mich ruft mein Stern“ und Teile des Textes lauten „Abschied heißt, was Neues kommt, denn anderswo gibt’s ein Hallo!“. Ich möchte mir dies zu Herzen nehmen und positiv und energiegeladen an die neue Zeit heran gehen. Und ich bin wirklich wirklich aufgeregt… 😀

Nächster Halt: Freiburg.

RBC you soon!

Eine Weile war es still hier…

…weil ich erstmal warten wollte, was in der nächsten Zeit so passiert. Und siehe da, es ist was passiert.

Vor zwei Wochen, genauer vom 27.-30. Juni, fand auf Burg Lohra das 0-1-Year-Treffen statt. Dieses war ein Treffen aller Deutschen, die ab nächstem Schuljahr auf ein United World College gehen und vieler Deutschen, die bereits ein Jahr an einem UWC verbracht haben. Außerdem waren einige Alumnis als Facilitator (= Leitende/Organisierende) dabei. Wir sprachen viel über unsere Erwartungen und Hoffnungen, aber auch über Sorgen und Ängste. Das war für mich eindrucksvoll und hilfreich, da ich gemerkt habe, dass ich ich mit meinen Ängsten nicht alleine bin. Viele haben gleiche oder zumindest ähnliche Sorgen und denken viel darüber nach, was schief laufen könnte. Dazu gehört zum Beispiel die Angst, nicht so schnell Anschluss zu finden oder schulisch nicht klarzukommen. Die negativen Punkte auf dem Schirm zu haben ist auf der einen Seite nicht schlecht, da ich dadurch in der ganzen Vorfreude nicht so schnell aus den Augen verliere, dass es natürlich nicht perfekt wird und auch schwierige Phasen kommen werden (wie an jeder anderen Schule ebenfalls und allgemein im Leben). Auf der anderen Seite könnte es mir auch total Panik machen. Deshalb habe ich für mich nach dem Wochenende beschlossen, dass ich versuchen möchte, weniger darüber nachzudenken und alles eher auf mich zukommen zu lassen, denn was bringen mir letztendlich die gleichen, immer wiederkehrenden Gedanken? Richtig, nichts. Neben vielen Gesprächen über UWC und die Welt war natürlich auch noch ganz viel anderes los. Wir haben beispielsweise Spiele gespielt und saßen abends am Lagerfeuer. In unseren Home Groups (bunt gemischte Kleingruppen) unternahmen wir eine Wanderung, bei der wir verschiedene Aufgaben meistern mussten. Meine Home Group war wundervoll, denn wir haben super harmoniert und es war einfach total lustig. Diese Gruppe wird mir auf jeden Fall im Gedächtnis bleiben! Den Rückweg der Wanderung ging jeder alleine. Ich lief vorne, weshalb ich mich ein wenig verlaufen und einen schönen Umweg über Felder gemacht habe, was sehr schön, aber auch echt sonnig war (Ich habe mich noch ein paar Tage an meinem Sonnenbrand erfreuen können…).

Wir erhielten viele Tipps von den First Years, was schulische Themen wie die Fächerwahl, aber auch andere Dinge wie Gruppenzwang, psychische Probleme u.ä. betrifft. Das war natürlich viel Input, aber wir hatten meiner Meinung nach trotzdem genügend Zeit für anderes, was ich als sehr positiv wahrgenommen habe. An einem Tag schrieben wir einen Brief an uns selbst, den wir zu einem späteren Zeitpunkt zugeschickt bekommen werden. Ich bin jetzt schon gespannt darauf, da ich relativ viel geschrieben und schon wieder die Hälfte davon vergessen habe.

Die Zeit verging wie im Flug. Am letzten Abend machten wir einen Spaziergang mit verbundenen Augen, was auch echt schön war. Die letzte Nacht kam ich nicht zu sonderlich viel Schlaf, da ich Briefe geschrieben habe. Es hatte nämliche jeder Teilnehmende einen Umschlag, in den man kleine Botschaften stecken konnte. Ich hätte natürlich am ersten Tag mit dem Schreiben anfangen können, aber naja…

Auf der Rückfahrt habe ich meinen Umschlag geöffnet und die ganzen lieben Briefchen gelesen – echt eine besondere Erinnerung. Inzwischen sind Ferien und ich habe noch einiges vor, bevor es dann in weniger als sechs Wochen losgeht. 🙂

Hast du etwas Zeit für mich? Dann singe ich ein Lied für dich, von neunundneunzig …

Nein, es soll jetzt nicht um Nena, Krieg oder Luftballons gehen. Doch dieses Lied schwirrte heute trotzdem in meinem Kopf herum, da ich diese Zahl heute morgen auf meinem Handy gelesen habe.

99 ist eine sogenannte Schnapszahl und lässt sich durch 1,3,9,11,33 und 99 teilen – irgendwie eine ästhetische Zahl, finde ich. Aber jetzt mal Klartext! Was hat es mit der 99 auf sich?

Es sind nur noch 99 Tage bis zu meinem Wechsel nach Freiburg. Ich bin mir sicher, dass die Zeit sehr schnell vergehen wird, denn tatsächlich habe ich das Gefühl, dass das Auswahlwochenende erst zwei Wochen her ist. Und gerade weil die Zeit so schnell verrinnt, möchte ich sie gut nutzen und habe mir eine immer länger werdende Liste erstellt. Neben Ausmisten, Ferienjob und Erledigungen möchte ich vor allem die verbleibende Zeit mit meinen Eltern genießen, die sich dann nach 33 Jahren erstmal daran gewöhnen müssen, in einem Haus ohne zumindest eines ihrer Kinder zu leben. Warte mal, 33? Auch ein Teiler von 99. 😉

Genug mathematische Zusammenhänge für heute… Hör dir lieber 99 Luftballons an! https://www.youtube.com/watch?v=LsU8fRvTeCI