Eine Weile war es still hier…

…weil ich erstmal warten wollte, was in der nächsten Zeit so passiert. Und siehe da, es ist was passiert.

Vor zwei Wochen, genauer vom 27.-30. Juni, fand auf Burg Lohra das 0-1-Year-Treffen statt. Dieses war ein Treffen aller Deutschen, die ab nächstem Schuljahr auf ein United World College gehen und vieler Deutschen, die bereits ein Jahr an einem UWC verbracht haben. Außerdem waren einige Alumnis als Facilitator (= Leitende/Organisierende) dabei. Wir sprachen viel über unsere Erwartungen und Hoffnungen, aber auch über Sorgen und Ängste. Das war für mich eindrucksvoll und hilfreich, da ich gemerkt habe, dass ich ich mit meinen Ängsten nicht alleine bin. Viele haben gleiche oder zumindest ähnliche Sorgen und denken viel darüber nach, was schief laufen könnte. Dazu gehört zum Beispiel die Angst, nicht so schnell Anschluss zu finden oder schulisch nicht klarzukommen. Die negativen Punkte auf dem Schirm zu haben ist auf der einen Seite nicht schlecht, da ich dadurch in der ganzen Vorfreude nicht so schnell aus den Augen verliere, dass es natürlich nicht perfekt wird und auch schwierige Phasen kommen werden (wie an jeder anderen Schule ebenfalls und allgemein im Leben). Auf der anderen Seite könnte es mir auch total Panik machen. Deshalb habe ich für mich nach dem Wochenende beschlossen, dass ich versuchen möchte, weniger darüber nachzudenken und alles eher auf mich zukommen zu lassen, denn was bringen mir letztendlich die gleichen, immer wiederkehrenden Gedanken? Richtig, nichts. Neben vielen Gesprächen über UWC und die Welt war natürlich auch noch ganz viel anderes los. Wir haben beispielsweise Spiele gespielt und saßen abends am Lagerfeuer. In unseren Home Groups (bunt gemischte Kleingruppen) unternahmen wir eine Wanderung, bei der wir verschiedene Aufgaben meistern mussten. Meine Home Group war wundervoll, denn wir haben super harmoniert und es war einfach total lustig. Diese Gruppe wird mir auf jeden Fall im Gedächtnis bleiben! Den Rückweg der Wanderung ging jeder alleine. Ich lief vorne, weshalb ich mich ein wenig verlaufen und einen schönen Umweg über Felder gemacht habe, was sehr schön, aber auch echt sonnig war (Ich habe mich noch ein paar Tage an meinem Sonnenbrand erfreuen können…).

Wir erhielten viele Tipps von den First Years, was schulische Themen wie die Fächerwahl, aber auch andere Dinge wie Gruppenzwang, psychische Probleme u.ä. betrifft. Das war natürlich viel Input, aber wir hatten meiner Meinung nach trotzdem genügend Zeit für anderes, was ich als sehr positiv wahrgenommen habe. An einem Tag schrieben wir einen Brief an uns selbst, den wir zu einem späteren Zeitpunkt zugeschickt bekommen werden. Ich bin jetzt schon gespannt darauf, da ich relativ viel geschrieben und schon wieder die Hälfte davon vergessen habe.

Die Zeit verging wie im Flug. Am letzten Abend machten wir einen Spaziergang mit verbundenen Augen, was auch echt schön war. Die letzte Nacht kam ich nicht zu sonderlich viel Schlaf, da ich Briefe geschrieben habe. Es hatte nämliche jeder Teilnehmende einen Umschlag, in den man kleine Botschaften stecken konnte. Ich hätte natürlich am ersten Tag mit dem Schreiben anfangen können, aber naja…

Auf der Rückfahrt habe ich meinen Umschlag geöffnet und die ganzen lieben Briefchen gelesen – echt eine besondere Erinnerung. Inzwischen sind Ferien und ich habe noch einiges vor, bevor es dann in weniger als sechs Wochen losgeht. 🙂

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Hast du etwas Zeit für mich? Dann singe ich ein Lied für dich, von neunundneunzig …

Nein, es soll jetzt nicht um Nena, Krieg oder Luftballons gehen. Doch dieses Lied schwirrte heute trotzdem in meinem Kopf herum, da ich diese Zahl heute morgen auf meinem Handy gelesen habe.

99 ist eine sogenannte Schnapszahl und lässt sich durch 1,3,9,11,33 und 99 teilen – irgendwie eine ästhetische Zahl, finde ich. Aber jetzt mal Klartext! Was hat es mit der 99 auf sich?

Es sind nur noch 99 Tage bis zu meinem Wechsel nach Freiburg. Ich bin mir sicher, dass die Zeit sehr schnell vergehen wird, denn tatsächlich habe ich das Gefühl, dass das Auswahlwochenende erst zwei Wochen her ist. Und gerade weil die Zeit so schnell verrinnt, möchte ich sie gut nutzen und habe mir eine immer länger werdende Liste erstellt. Neben Ausmisten, Ferienjob und Erledigungen möchte ich vor allem die verbleibende Zeit mit meinen Eltern genießen, die sich dann nach 33 Jahren erstmal daran gewöhnen müssen, in einem Haus ohne zumindest eines ihrer Kinder zu leben. Warte mal, 33? Auch ein Teiler von 99. 😉

Genug mathematische Zusammenhänge für heute… Hör dir lieber 99 Luftballons an! https://www.youtube.com/watch?v=LsU8fRvTeCI

Nach Regen kommt Sonne, so sagt man doch.

Warum trägt mein Blog eigentlich den Namen „Sonnenscheinmomente“ ? Dieses Wort ist für mich ein Symbol für Augenblicke voller Freude und Glück. Es strahlt für sich, wie diese Momente und zeigt mir, dass jeder Tag etwas Positives an sich hat, egal wie viel Mist passiert sein mag. Hinter jeder Regenwolke verbirgt sich Sonnenschein. Und natürlich braucht es auch die schwierigen und unangenehmen Situationen, denn ich glaube, dass wir durch sie viel lernen können und sie uns vor allem erkennen lassen, wie wertvoll jede (schöne) Erfahrung ist.

Ich glaube, dass das sehr gut zu meiner bevorstehenden Zeit am Robert Bosch College passt. Es wird Momente geben, in denen es mir zum Beispiel aufgrund von Stress und Heimweh mies geht, aber die gehören genauso dazu, wie all die schönen Erfahrungen. Es wird nicht perfekt, aber das möchte ich auch gar nicht. Ich möchte glücklich sein.

Und weißt du, was mich aktuell richtig glücklich macht? Die Chance, zwei Jahre an dieser Bewegung teilzuhaben, obwohl die Vorstellung aktuell noch echt unwirklich und verrückt ist (natürlich im positiven Sinne, weil ich es immer noch nicht richtig fassen kann)… Ich kann es Menschen im passenden Alter wirklich nur wärmstens empfehlen, das mit der Bewerbung auszuprobieren, denn allein der Bewerbungsprozess ist es wert. Man kann sich selbst reflektieren, während man an der schriftlichen Bewerbung sitzt und beim Auswahlwochenende dann spannende Dinge erleben.

In 1,5 Monaten steht das 0-1-Year-Treffen an. Dieses findet an einem verlängerten Wochenende auf Burg Lohra in Gebra statt (das liegt in Thüringen, oho!) und soll uns die Möglichkeit geben, uns als deutsche Stipendiat*innen kennenzulernen, Fragen loszuwerden und uns auf die Zeit einzustimmen. Bis dahin werde ich noch mit einigen Formularen kämpfen und ansonsten hier im Alltag erstmal ganz normal weitermachen, denn es steht gerade einiges an…

Also dann, bis bald! 🙂

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Was bisher geschah…

…nichts. (Zitat: Die Känguru-Chroniken, Marc-Uwe Kling)
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Dies ist der Beginn einer Geschichte. Eine Geschichte, die mein Leben ziemlich auf den Kopf stellen könnte.

Vor ein paar Monaten habe ich mich bei einer Organisation namens UWC beworben und wurde daraufhin im Frühjahr zu einem Auswahlwochenende in Wiesbaden eingeladen. Am 1.März bekam ich schließlich die Nachricht, dass ich in ein paar Monaten auf eine Schule in Freiburg gehen darf.

Doch was ist UWC überhaupt?
UWC ist eine einzigartige, internationale Bildungsbewegung und regt junge Menschen dazu an, sich für Frieden und eine nachhaltige Zukunft einzusetzen.
Derzeit gibt es 18 United World Colleges in 18 Ländern. Dort kommen Jugendliche aller Nationalitäten, Kulturen und sozialer Hintergründe zusammen und leben und lernen zwei Jahre gemeinsam.

Mehr Infos findest du auf uwc.de, falls dich das näher interessiert…

Ich denke, dass diese Erfahrung meinen Horizont total erweitern wird und die Dinge, die ich in diesem Umfeld lerne, nachhaltig in meinem Gedächtnis bleiben werden. Außerdem macht das Ganze auch garantiert viel Spaß – ich freue mich auf eine Menge Menschen und neue Freundschaften.

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